Tropical Islands Neuer Eigentümer kündigt große Investitionen an

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Lübben – Pirat Ronny hat einen ganz schön wilden Tross im Gefolge. Eine aufgeregt schwadronierende Kinderschar folgt dem Freibeuter in Diensten des Resorts Tropical Islands bei Lübben (Dahme-Spreewald) über den Südsee-Strand in Richtung Dschungel. Es geht um einen Schatz, der irgendwo dort beim Schmetterlingshaus vergraben sein soll. Der Oberpirat im Look von Kapitän Silver deutet Spuren und entziffert mithilfe der barfüßigen Badehosen-Meute Hieroglyphen auf einer Schatzkarte.

Daneben bereiten sich ein paar Froschmänner auf einen Tauchgang vor, an den Ufern von Südsee und Lagune dösen die Menschen im feuchtwarmen Klima. „Ich habe gerade gehört, dass es draußen begonnen hat zu schneien“, sagt ein Müßiggänger zum Nebenmann.

Tropical Islands wechselt den Besitzer

Es ist Winter. Und es ist ein ganz normaler Tag im Freizeitresort Tropical Islands bei Lübben (Landkreis Dahme-Spreewald). Und doch findet gerade hinter den Kulissen des Mega-Themenparks in der einstigen Luftschiffhalle so etwas wie eine Zeitenwende statt. Seit diesem Mittwoch ist der zum Jahreswechsel angekündigte Verkauf der extravaganten Traumfabrik besiegelt. Eine Woche zuvor hatte das Kartellamt grünes Licht für die Transaktion gegeben.

Die alten Besitzer, die malaysische Tanjong Public Limited Company, und der neue Eigentümer, die spanische Parques Reunidos Group, setzten nun die Unterschriften unter den Vertrag. Im 15. Jahr des Bestehens wechselt die einstmals skeptisch belächelte Tropenhalle für 226 Millionen Euro den Besitzer.

Das Freizeitresort ist auf Erfolgskurs

Zum Vergleich: Im Juni 2003 wurde die größte freitragende Halle der Welt – damals eine riesige leere Hülle – für gut 17 Millionen vom Projektinitiator Colin Au und seinen Investoren erworben. Das Klima war den brandenburgischen Tropen seit der spektakulären Eröffnung im Dezember 2004 nicht immer hold. Die exotischen Dschungelpflanzen wollten zum Teil nicht wachsen, die Wasserqualität machte mitunter Sorgen, die Temperaturen stimmten nicht immer. Doch die Betreiber bewiesen einen langen Atem und brachten die gigantische Tropenhalle auf Erfolgskurs.

Seit vier Jahren schreibt das Freizeitunternehmen schwarze Zahlen, sagt Geschäftsführer Michiel Illy. Die Besucherzahlen gehen konstant nach oben. 2018 wurde mit mehr als 1,2 Millionen Gästen ein neuer Rekord erzielt. 80 Prozent kommen aus Deutschland, 20 Prozent aus dem Ausland – vor allem aus Polen, Tschechien und Dänemark.

Das Haus hat sich von einem reinen Badebetrieb zu einer der größten Hotelanlagen Deutschlands mit mehr als 1500 Betten in und außerhalb der Halle entwickelt. Und auch die einstmals versprochene Mitarbeiterzahl von 500 Beschäftigten ist längst weit übertroffen. Derzeit sind 640 Menschen direkt beim Unternehmen angestellt, weitere 100 Leute sind über externe Firmen an Tropical Islands gebunden. Mit einem eigenen Ausbildungsprogramm versucht das Resort, seinen Bedarf an Wassertechnikern und IT-Spezialisten, an Kaufleuten und Marketing-Mitarbeitern, an Hotel-, Gastronomie- und Service-Fachkräften zu decken. Im September wurden 18 neue Auszubildende und Studierende eingestellt. „Und es geht weiter, wir haben noch viel vor“, sagt Geschäftsführer Michiel Illy. „Der neue Eigentümer hat das Potenzial erkannt und will weiter investieren.“ Immerhin seien die Spanier direkt aus der Branche. Das Unternehmen betreibt bereits 60 Freizeitparks weltweit und zählt dabei jährlich knapp 20 Millionen Besucher.

Pläne für „Amazonia 2“

Sowohl für die Halle selbst als auch für das Außengelände gebe es weitere Um- und Ausbaupläne. „Nach welchem Fahrplan wir vorgehen werden, welche Vorhaben im Einzelnen wann und wie umgesetzt werden, das werden die Gespräche der nächsten Wochen ergeben“, sagt der Tropenchef. Sicher sei, dass die Bettenkapazität vor allem außerhalb der Halle weiter ausgebaut werde. „Bei der Bettenauslastung haben wir ein Luxusproblem“, sagt Michiel Illy, „Wir liegen bei 85 Prozent, das ist ein absoluter Topwert. Zu Ferien- und anderen Spitzenzeiten ist die Nachfrage größer als das Angebot.“ Deswegen gibt es Pläne für weitere Ferienhäuser nach dem Vorbild der Center-Parks. Der heiße Sommer bestärke ihn darin, die Vorstellungen für einen weiteren Außen-Wasserpark, für „Amazonia 2“, zu forcieren.

Mit der Pool- und Rutschenlandschaft „Amazonia“ wuchs die tropische Badewelt 2016 aus der Halle hinaus aufs Gelände des einstigen Militärflugplatzes. Dort ist noch jede Menge Platz für die nächsten Becken unter Palmen. Die Pläne für ein weiteres 35 000 Quadratmeter großes Open-Air-Gelände liegen in den Schubladen. Ob sie auch dem neuen Eigentümer gefallen, werde sich in nächster Zeit zeigen. „Wir haben ein kleines Jubiläumsjahr und wir werden einige Gründe haben, das ausgiebig zu feiern“, versichert Illy.

Die Piratenkids machen da schon mal den Anfang. Sie haben mithilfe von Tropen-Animateur Ronny alle Abenteuer bestanden und tragen ihre erbeuteten Spielzeuge und Naschereien glücklich zu den an den Stränden relaxenden Eltern.

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